WP-Camp 2012 in Berlin

Angekommen in Berlin beim Barcamp zum Thema WordPress, dem WPCamp (13.10.2012). Die Sonne scheint, der Kaffee ist okay, die Location Beuth Hochschule für Technik Berlin ist großartig, lasset die Spiele beginnen. Der Hashtag auf twitter ist #wpc12, eine Twitterwall gibt’s auch. Einen Livestream gibt es aus dem Beuthsaal, wo ein von drei gleichzeitigen Session-Streams passieren. Und einen weiteren Live-Bericht gibt es bei http://gefruckelt.de/wordpress/wp-camp-livebericht/

Ich werde heute immer wieder aus manchen Sessions berichten, also wer nicht vor Ort ist, der/die kann damit vielleicht trotzdem teilnehmen. Fragen einfach per Kommentar stellen. Und immer wieder den Artikel aktualisieren.

Session „Plugin- und Themeentwicklung leicht gemacht“

Thomas Herzog von Inpsyde


Thomas arbeitet bei Inpsyde als Entwickler und produziert eine Vielzahl an Plugins und Themen für die Kunden von Inpsyde.

Thomas beginnt gleich mit Hardcore pur, und spricht über Probleme mit zeitgesteuerten Aufgaben, die WordPress durchführen soll („wp-cron“). Dazu stellt er einen Job-Manager vor, den Inpsyde entwickelt hat.

Dann spricht er über bestimmte AJAX-Probleme, die Inpsyde erfolgreich angegangen ist, stellt aber auch gleich selbst fest, dass dass Thema viel zu techniklastig ist. Und meiner Meinung nach ist die Session auch bis zu dieser Stelle eine Themenverfehlung, die an den Erwartungen der Mehrheit des Publikums weit vorbeigeht. Aber da Inpsyde Sponsor des WPCamp ist, muss Eigenwerbung in den Sessions wohl erlaubt sein. Allerdings ist der Vortrag oft sehr witzig dargebracht.

Mit der Präsentation des Inpsyde Plugin Creator nähert sich Thomas aber dann dem Thema an. Live demonstriert er die schnelle Erstellung eines Plugins mithilfe des „Plugin Creators“, der dabei offensichtlich sehr viel Arbeit abnehmen kann und optimierten Code produziert. Er baut live ein Plugin, das anschließend Custom Posts vom Typ „Bücher“ produziert, und auch noch über Einstellungsmöglichkeiten verfügt. Das Plugin wurde von Inpsyde noch nicht freigegeben, es befindet sich im Beta-Status. Voraussichtliche Kosten der Nutzung durch Dritte: 100,-/Plugin. Für die Erstellung von Custom Posts gibt es allerdings mittlerweile recht viele und sehr gute Plugins, die für diesen Zweck optimiert sind.

Wie man leicht WordPress Themen erstellen kann, darüber haben wir entweder nichts gehört, oder es ist an mir vorbei gegangen.

Session „WordPress SEO für Einsteiger“

Magdalena MuesMagdalena Mues, Stefan Cifka von AKM3

Ziel von SEO: gute Rankings bei Google, Auffindbarkeit von Websites erleichtern.

Maßnahmen: Off-Page (Linkaufbau), On-Page (Arbeiten auf Website selbst: inhaltlich und technisch)

On Page Maßnahmen

  • Crawling muss ermöglich werden
  • sprechende URLs: Inhalte der Seite beschreibend, einheitliche Struktur, besser „-“ statt „_“ als Trenner (Google würde das „_“ eher als Zeichen wie einen Buchstaben auffassen)

In WordPress bei „Permalinks“-Einstellungen immer mit „Name“ (%postname%) arbeiten, damit der Name des Artikels in der URL enthalten ist.

Erreichbarkeit der Website mit oder ohne „www“ zu Beginn? Aus SEO Sicht egal, aber dann jedenfalls einheitlich sein. Ansonsten würden das Suchmaschinen als unterschiedliche Websites auffassen („Canonical URL“).

Informationsarchitektur: möglichst flache Seitenstruktur anlegen, Unterseiten sollten nach nur wenigen Klicks von der Startseite aus erreichbar sein. Dabei aber durchaus unterschiedliche ey

Mit interner Verlinkung bestimmte Unterseiten „stärken“: d.h. wesentliche Unterseiten stärker intern verlinken als andere.

Den Website-Titel („Name der Website“) im Kopfbereich der Webseiten nicht als H1-Headline ausführen, sondern die Überschrift H1 eher für den Seitentitel einsetzen, weil im Seitentitel relevante Keywords stehen.

Im Publikum regt sich Kritik, weil der Vortrag wieder zu sehr auf technische Facetten fokussiert, und weniger auf die Bedürfnisse von Personen, die „einfach nur schreiben wollen“.

Plugin-Tipps:

  • WordPress SEO von Joost de Valk (Alleskönner)
  • WP SEO von Sergej Müller (Alleskönner, kostenpflichtig)
  • SEO Smart Links (Stimme aus Publikum rät von der Nutzung ab, da damit schlagartig zu viele Links auf einmal generiert werden können)
  • Redirection
  • SEO friendly Images (generiert passende Bildtexte für ALT- und TITLE -Felder  automatisiert)
  • SEO slugs (eliminiert Stoppworte aus den URLs)
  • Broken Link Checker

Zwischendurch: ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell Sessions plötzlich detailreich und „technisch“ werden, obwohl in den Titeln von „leicht“ und „Einsteigern“ die Rede ist. Das führt dann aber auch zu merkbarem Unmut im Publikum.

Die Keyword-Dichte spiele heute kaum eine Rolle mehr, aber die Nutzung einer natürlichen Sprache würde zur richtigen Dichte der optimierten Keywords im Text führen.

YouTube Video Optimierung:

  • Guter Name des Kanals (mit dem wichtigsten Keyword darin)
  • Bei Video Hochladen den Videotitel bearbeiten (wieder das Thema erwähnen, nicht einfach nur „Folge 2“)
  • Das Feld Keywords würden nichts bringen
  • Ein „Nonsense“-Keywords benutzen, damit man leichter mit eigenen Keywords bei „Weitere interessante Videos“ auftaucht

Empfehlenswerte SEO-Experten im Netz: Matt Cutts (Google), Rand Fishkin (SEOmoz)

– Mittagspause –

Session „Tame the mobile beast“

Alexander Sabo

Die Session gestaltet sich eher als Erfahrungsaustausch.

Plugins:

  • WP Mobile
  • WP Touch (auch PRO)

empfohlenes Testtool: Adobe Edge Inspect (früher „Shadow“): in einem WLAN-Netz wird eine Website gleichzeitig auf allen im WLAN angeschlossenen Mobilgeräten angezeigt.

Safari SimulationSimple Simulation: testen mit Safari (Apples Browser)- das Entwicklermenu aktivieren, und dort das gewünschte Ausgabegerät (iIrgendwas) wählen. Dabei bleiben Android Geräte außen vor.

„Echt“-Alternativen:

  • Viele Mobilgeräte kaufen und auf all diesen Geräten testen.
  • ältere Geräte bei ebay kaufen.
  • beim Händler ausleihen

Alexander SaboProbleme:

  • Designer, die keine Ahnung von der Verschiedenartigkeit von Ausgabegeräten haben („Printdesigner“)
  • Wünsche nach pixelgenauer Umsetzung auf vielen Ausgabegeräten und vielen Browsern

Mobile Marketing

Grundfrage: Warum müssen Riesenwebsites komplett auf Mobilgeräten abgebildet werden? Warum Riesenformulare dort anbieten, die von den wenigsten ausgefüllt werden?

Gemeinsam mit Kunden:

  • Gerätevielfalt bedenken
  • Eher nur Präsenz auf mobilen Geräten erzeugen, nicht 1:1 abbilden

Session: „Verwaltung und Einbindung von Anzeigenwerbung“

Thomas MaierThomas Maier

Gewünscht: mehr Kontrolle über Anzeigenauslieferung.

Wie Anzeigen einbinden:

  • direkt ins Template einbauen (bei wenigen Anzeigen mit fester Position)
    • schnell einbaubar
    • kein Overhead
    • aber direkt im Theme eingebaut
    • Übersichtlichkeit fehlt
  • Anzeigencode als Custom Post Type verwalten (für einfache Anzeigenverwaltung)
    • voller Zugriff auf WP API
    • WordPress Feeling
    • Ausgabe auf Seiten mit eigenen PHP Funktionen („Queries“)
    • Höherer Abstraktionsgrad
    • weniger flexibel als eigene Tabellen
    • eventuell unerwünschte Interaktion mit anderen Plugins (z.B. SEO, etc.)
  • Verwaltung mittels Plugin (für komplexe Anzeigensteuerung)
    • Simple Ads Manager
      • flexible Ad-Verwaltung
      • einfacher Ad Server
      • WordPress Feeling
      • leicht erweiterbarer Quellcode
      • fehlende Unterscheidung zw. Desktop und Mobil
      • Backend etwas unübersichtlich
      • es fehlt eine Art Kampagnen-Ebene
      • Installation und Erfahrung bei http://www.selbstaendig-im-netz.de
    • Ad Injection
    • Ad Rotate
    • WP Ads
    • WP Banner
    • Advertising Manager
    • Easy Adsense

Allgemein:

Vorsicht bei Eingabe von Zugangsdaten (Google AdSense)!

Herausforderung mobile Geräte: Responsive Design für Anzeigensteuerung ungeeignet

Session „Neue Möglichkeiten der Blogvermarktung“

Michael FirnkesMichael Firnkes (@blogprofis)

Michael lebt von seinen Blogs, und auch davon, dass er die Blogs Dritter vermarktet. Er ist Autor des Buchs „Blog Boosting„.

Einnahmen durch Werbeanzeigen

  • Ähnliches Modell wie AdSense: plista (RecommendationAds), contaxe
  • Amazon: Widgets, die automatisch zum Content passende Ads einspielen
  • InText Werbung: Vibrant (kann leicht unsympathisch wirken)

Affiliate Marketing: höhere Margen

  • Zanox, Affilinet, …
  • Sollte man sich überlegen als Einstieg

Empfehlenswerter Partner für Blogvermarktung: mediaroute GmbH

„Die meisten Blogger verkaufen sich unter Wert.“ Man kann/soll durchaus seinen Preis verlangen.

Blog Sponsoring

Angabe eines einzigen Werbepartners für ein paar Wochen.

Linkkauf/Linkmiete

Wird nicht für Anfänger empfohlen, Michael Firnkes rät davon auch eher grundsätzlich ab. Denn der Link wird nicht als Werbung gekennzeichnet, und dann kann es zu einer Sperre des Blogs durch Google kommen.

Google hat vor kurzem die Richtlinie zu „Linktauschprogrammen“ überarbeitet, das Lesen wird empfohlen.

Rechtlich einwandfrei passiert so etwas durch ebuzzing oder hallimash. Hier werden gekaufte Artikel als Werbung problemlos gekennzeichnet. Auch interessant: schaltplatz.de

Wie macht man auf den Blog als Werbeträger aufmerksam?

Wenn Werbung (hochwertige) eingeblendet wird, dann kommen oft schon weitere Anfragen. Weiters: Werbeplatztausch

„Tu Gutes und rede darüber“

Session „WordPress absichern“

Torsten Landsiedel

Gibt es 100% Sicherheit? Nein. Man bewegt sich immer im Spannungsfeld zwischen Benutzungsfreundlichkeit und Sicherheit.

Gründe für Einbruchsversuche:

  • Hosting für Phishing-Seiten
  • Spam Versand
  • Vandalismus
  • Link Farming
  • Viren/Malware
  • Werbung

Treffen kann es jeden.

Sicherheit erhöhen

  • WordPress-Core und Plugins updaten, updaten, updaten!
  • Gute Passwörter (Merksätze, Passwort-Safes/-Manager)
  • Ist das Betriebssystem aktuell (Sicherheitsupdates)? Der Virenscanner aktuell?
  • Nutzung von SFTP anstelle von FTP
  • Alternativ FTP über TLS
  • Unbenutzte Themes und Plugins löschen
  • Themes und Plugins nur aus vertrauenswürdigen Quellen
  • Anzeige/Auslesen von Verzeichnissen verhindern
  • Sicherheitsschlüssel in wp-config.php setzen.

Sicherheit durch Verschleierung (Security by obscurity):

  • Tabellen-Präfix ändern bei der WP-Installation („TEdeQ_meinpraefix_“)
  • wp-config.php in den Ordner über den öffentlichen Ordner verschieben (WordPress sucht automatisch auch dort)
  • wp-content Verzeichnis verschieben (entsprechende Angaben in wp-config.php)
  • Benutzer „admin“ umnennen oder entfernen (direkt in mySql), User-ID 1 ändern
  • Login Fehlermeldungen abdrehen
  • Plugin Limit Login Attempts einsetzen
  • Im Verzeichnis „uploads“ die Ausführung von PHP verhindern
  • WP-Versionsnummer verstecken
  • Login Bereich absichern
  • Zugang nur für bestimmte IP-Bereiche
  • Backups regelmäßig
  • Monitoring

Hinweis: zum Thema WordPress und Sicherheit haben wir einen Artikel geschrieben.

– Ende –

 Ab jetzt wohlverdiente Freizeit! Danke für Eure Aufmerksamkeit.

Und großen Dank an die wirklich gute Organisation!

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Eine Antwort auf „WP-Camp 2012 in Berlin“

  1. So, nun bin ich auch endlich mal dazu gekommen, deinen Live-Blog zum WPCamp zu lesen. Ich hoffe du bist wieder gut in Wien gelandet…?
    War auf jeden Fall ein interessanter Tag und ein interessantes WE.
    Mit deiner Kritik der ersten Session muss ich dir auch Recht geben. Und: Das Thema Themes bzw. Theme-Entwicklung wurde überhaupt nicht angesprochen obwohl es eindeutig als Thema ausgewiesen wurde. Aber dennoch war seine Live-Erstellung eines Plugins nicht uninteressant…

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