Nicht vergessen: Webstatistik absperren

Wie kann man die Sichtbarkeit einer Website in Suchmaschinen erhöhen? Unter anderem dadurch, dass man sich so oft wie möglich verlinken lässt. Betreiber von pornographischen Websites wissen das sehr gut, und holen sich immer wieder auf bedenkliche Art Links von ahnungslosen Websites.

Und das geht so:

In Webstatistiken wird oft angezeigt, von welchen Websites aus die eigene Website verlinkt wurde, und dass dieser Link auch von Usern benutzt wurde. Darüber hinaus verlinken die Webstatistik-Berichte auch noch brav auf diese „Referrer“-Websites. Findige Webmaster machen sich das zunutze und suchen mit Hilfe von Suchmaschinen nach Webstatistiken, die frei zugänglich sind.

Beispiel gefällig? Geben Sie mal bei Google folgendes ein (und schränken Sie eventuell die Suche ein auf Seiten aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz):

intext:porn* intitle: statistics 2008

Ausschnitt Webstatistik Musik-ProjektGoogle wird daraufhin Webstatistiken zeigen, die aus dem Jahr 2008 stammen und in deren Inhalten der Wortbestandteil „porn“ enthalten ist (im „Referrer“-Bericht der Webstatistik). Sie werden aber vorwiegend Webstatistiken von Websites finden, die mit Pornographie gar nichts am Hut haben. Buchhalter, Freiwillige Feuerwehren, Gemeinden, Vereine, …

Wenn ein Webmaster pornografischer Websites mit Hilfe von Google frei zugängliche Webstatistiken gefunden hat, muss er nur noch Links von seiner eigenen Website auf diese Websites legen und monatlich öfter mal auch benutzen. So taucht die beworbene Website automatisch im sogenannten „Referrer“-Bericht der Webstatistik der betroffenen Website auf, und erhält dadurch einen für Google gut sichtbaren Link auf seine Website. Denn im Referrer-Bericht finden sich Besuche, die über Links auf anderen Websites kommend (von „verweisenden Websites“) erfolgt sind.

Auffällig ist, dass solche Verlinkungen zumeist 3.333 mal im Monat benutzt wurden. Denn für diese illegitimen Zwecke gibt es Programme, die den Link mitsamt den dazugehörigen Klicks erfolgreich simulieren. Die hohe Zahl an simulierten Klicks sorgt dafür, dass die solcherart gepushten Seiten auch ganz sicher in der Webstatistik zu sehen sind, und nicht etwa aus den Top 30 der Referrer-Berichte herausfallen.

Fazit

Es wäre schön, wurden die Anbieter von Statistik-Programmen diese Referrer-Hosts in ihren Berichten nicht verlinken. Und es wäre schön, würde Google den Links von Statistik-Berichten genauso keinen Wert beimessen, wie das bei Gästebuch-Links schon längst der Fall ist. Solange das nicht der Fall ist:

Immer darauf achten, dass die eigene Webstatistik passwortgeschützt ist!

Mehr zum Thema „Referrer-Spam“ in diesem Wikipedia-Artikel.